Tipps zur gesetzlichen (GKV) und privaten Krankenversicherung (PKV)

8. September 2017 0
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Teil 1 von 2

Gesetzliche Krankenkassenbeiträge (GKV)

Für Pflichtversicherte ist (leider?) nur der Wechsel innerhalb der gesetzlichen Krankenkassen möglich. Es kann nur eine private Zusatzversicherung abgeschlossen werden. Aber ein regelmäßiger Kostenvergleich ist notwendig.

Hier ein Fall von vielen: Beginn der Selbständigkeit 1998. Jahrzehnte wurde bereits als Pflichtversicherte in die gesetzliche Krankenkasse der BEK (Barmer Ersatzkasse) einbezahlt, und man wollte es auch als freiwilliges Mitglied weiterhin tun. Nach zwei Jahren waren die gesetzlichen Krankenkassenbeiträge, die jährlich neu vom Bruttoeinkommen berechnet wurden, aber derartig angestiegen, dass man sich gezwungen sah, in eine private Krankenversicherung zu gehen. Monatliche Ersparnis 200 DM! Als Einzelunternehmerin und Alleinerziehende musste Monat für Monat kostengünstig gewirtschaftet werden, um finanziell überleben zu können. Auf Grund dessen blieb keine andere Wahl, als von der gesetzlichen Krankenkasse mit ihren überhöhten Beiträgen, in eine private bezahlbare Krankenversicherung zu wechseln.

Rätseln Sie ebenfalls, mit welchem Recht alle Steuern, Sozial- und Zwangsabgaben grundsätzlich vom Bruttoeinkommen abgezogen werden? Und es interessiert keinen, ob unterm Strich (netto) noch was zum Leben übrig bleibt. Zu viele staatliche Einrichtungen hängen mit zu hohen Geldforderungen am Tropf unserer Einkünfte. Und nur einen Bruchteil der Abgaben dürfen wir – im Gegensatz zu Konzernen und Großunternehmen – steuerlich geltend machen. Also, desto mehr wir für unser Geld arbeiten (50 … 60 Arbeitsstunden pro Woche sind Selbständigen und Arbeitnehmern nicht unbekannt), desto mehr Umsatz man macht, oder bei Angestellten/Arbeitern das Gehalt steigt (wird Fleiß in der BRD bestraft?), desto höher werden die Beiträge. Das ist bis zu einer bestimmten Höhe zu verstehen und ist OK. Aber das Missverhältnis zwischen Leistung und Beitrag waren bei der BEK (besonders für Menschen die selber einiges für ihre Gesunderhaltung tun, und selten die Krankenkasse in Anspruch nehmen) nicht zu akzeptieren. Auch die enorm hohe Zahl der NICHT-Beitragszahler in der BEK, rechtfertigt nicht die drastischen monatlichen Beiträge für freiwillig Versicherte. Das Leben muss bezahlbar bleiben!!!

Geldbeutel medizinischer Zustand
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Private Krankenversicherung (PKV)

Der Wechsel von der gesetzlichen BEK zur privaten DKV fand statt, da der monatliche Beitrag deutlich geringer war, als bei der BEK, von den umfangreicheren Leistungen ganz abgesehen.

Das war ein teurer Fehler! Schlecht beraten und auf Hochglanzprospekte hereingefallen, wurde das bereits nach wenigen Jahren bereut. Erstens war es nicht bekannt, dass man ab fünfundfünfzig Jahren nicht mehr in die gesetzliche Krankenkasse zurück kann (egal ob man vorher Jahrzehnte dabei war und reichlich eingezahlt hat – es gibt schon irre Gesetze!). Zweitens hätte man seinerzeit zusätzlich über andere Unternehmen recherchieren sollen, statt auf gute Freunde zu hören und Werbung ernst zu nehmen. (Werbung Ehrlichkeit oder Seriosität zu unterstellen, wäre Märchenerzählern zu glauben … Ist das nicht sehr liebenswürdig ausgedrückt?)

Innerhalb der zehnjährigen Beitragszahlungen stieg der monatliche DKV-Beitrag um sage und schreibe 68 % !!! Und die Selbstbeteiligung um 38 % !!!

Das heißt, desto älter man wird, desto höher und unbezahlbarer werden die Beiträge, folglich spätestens im Rentenalter nicht weiter zu bezahlen. Natürlich wurde Monat für Monat zusätzlich eine Altersrückstellung bezahlt (das ist eine Zusatz- und keine Risikoversicherung!), um im Ruhestand weniger, bzw. einen stabilen Beitrag zahlen zu müssen. Dachte man … Doch das war, gelinde gesagt, eine Vortäuschung des DKV-Beraters. Denn es ist herausgeschmissenes Geld, und dient allein der Profitmaximierung des Versicherungsunternehmens. Das merkt man aber erst im Laufe der Jahre, wenn die Beiträge ausschließlich bei Älteren maßlos steigen, also unerschwinglich werden, – und wenn man das Versicherungsunternehmen wechselt …

Nach zehn Jahren DKV wurde zu einer kostengünstigeren PKV gewechselt. Wobei eine private Krankenversicherung für freiwillig Versicherte immer noch preisgünstiger war und ist, als in den gesetzlichen Krankenkassen! Der Pflegeversicherungsanteil wurde zwar von der DKV übertragen, jedoch NICHT die seit zehn Jahren gezahlte Altersrückstellung! Und solche Winkelzüge werden obendrein per Gesetz geschützt! Die Einschaltung eines Rechtsanwaltes hatte keinerlei Aussichten auf Erfolg. Sie werden es nicht glauben … Sogar das Oberlandesgericht Braunschweig schmetterte Klagen auf Übertragung von Altersrückstellungen an den nachfolgenden Versicherer ab. Diese Bereicherung kann man nur als Protektion von Großverdienern der Versicherungsbranche auf dem Rücken der Beitragszahler bezeichnen.

Fazit: Nicht vertrauen! Nachfragen! Kontrollieren! Sich umfassend und unparteiisch von mehreren Versicherungsunternehmen beraten lassen. Recherchieren Sie im Internet. Dabei unbedingt auf unwahre/erfundene Bewertungen achten! Den Vertrag von einem Fachanwalt, oder von der Verbraucherzentrale vor Unterschrift überprüfen lassen. Wenn man Zwangsmitglied bei der IHK ist, dort bei der Rechtsabteilung eine kostenlose Überprüfung beauftragen. Wenn Sie wechseln möchten, vermeiden Sie Aktiengesellschaften – deren Bestreben ist es vor allen Dingen Profit zu machen!!!

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Versicherungen haben nicht nur politische Rückendeckung und Förderung, sondern gleichfalls erhebliche Freiheiten, ihre Beiträge zu gestalten. Desto höher sie ihre Statistiken der Lebenserwartung regelmäßig neu kreieren (wir werden zwar gesünder älter, doch wer wird 104 Jahre alt?), desto höher schrauben sie die Beiträge. Dabei wird jede Transparenz vermieden … Man redet sich mit Geschäftsgeheimnis heraus!

Wenn Sie vorhaben, zu einer privaten Krankenversicherung zu wechseln, ist u. a. folgendes wichtig: Lassen Sie sich von Ihren Ärzten eine Kopie oder einen Ausdruck Ihrer Krankenakte geben, damit Sie nach einem Wechsel zur PKV keine Spätfolgen bzw. Kündigung fürchten müssen, wegen falscher Angaben, oder verschwiegener Krankheiten. Sie haben ein Recht dazu (Gesetz § 630 BGB). Seit es nämlich für die Krankenkassen den Risikostrukturausgleich gibt, dient der Patient als Einnahmequelle. Es wird versucht, Ärzte zu beeinflussen, Krankenakten zu manipulieren, quasi aus einem Floh einen Elefanten zu machen. Leichte Krankheiten werden als schwer, chronisch oder sonst wie schlimm, als diagnostiziert schriftlich festgehalten. Patienten werden also kränker gemacht als sie sind. Dadurch empfangen die Krankenkassen viel mehr Geld aus dem Topf. Hierbei geht es um Millionengeschäfte zwischen den Kassen. Derartige Fälle sind bekannt. (Gesetzlich Versicherte sollten das auch mal machen und überprüfen.)

Ein Beispiel von vielen: Hals-Nasen-Ohren Arzt – Da weigerte sich die PKV, die Rechnung zu bezahlen, weil auf der Rechnung eine Langzeiterkrankung stand, die es nie gegeben hat. Es hat Monate gedauert, bevor der angebliche »ComputerFehler« anerkannt, und das verauslagte Geld erstattet wurde.

Fordern Sie ebenfalls Kopien/Ausdrucke von Ihrer Krankenakte an, wenn Sie nach einer Behandlung oder Operation einen Ärztefehler, Pfusch oder Hygienemängel vermuten, und daher plötzlich auftretende (andere) Beschwerden haben. Bei einem eventuell nachfolgenden Rechtsstreit haben Sie somit bessere Karten (gilt für private wie für gesetzlich Versicherte).

Fakt: Wenn gegenwärtig oder in Zukunft allein von der gesetzlichen Rente gelebt werden muss (man bekommt lediglich einen Bruchteil an Zuschuss für den privaten Krankenversicherungsbeitrag), wird eine private Krankenversicherung unbezahlbar (oder man ist seit über dreißig Jahren Mitglied, und hat sie selten gebraucht). Unter diesen Umständen ist von einem Wechsel in eine private Krankenversicherung abzuraten.

Rechenbeispiel: Wenn Sie mit 65+ nur die gesetzliche Rente erhalten, und noch mindestens zwanzig Jahre leben wollen, und einen monatlichen privaten Krankenversicherungsbeitrag von 570 Euro (Mindestdurchschnitt ab sechzig Jahre) haben, sind das im Jahr 6.840 Euro, und in zwanzig Jahren 136.800 Euro. Hierbei sind die mit Sicherheit kommenden jährlichen Beitragserhöhungen (trotz Altersrückstellung) der Versicherer nicht berücksichtigt. Wer bekommt eine so hohe Rente? Oder wer hat so viel Kapital auf seinem Sparbuch?

Bei einer hohen Bruttorente darf nicht vergessen werden, dass davon die Steuern und der Krankenkassen-/Pflegeversicherungsbeitrag abzurechnen sind. Und mit absoluter Sicherheit werden sich unsere Politiker in den nächsten Jahren weitere Abgabemöglichkeiten einfallen lassen. Nicht bloß, dass nachfolgende Rentenbezieher immer weniger Rente beziehen, nein, gleichfalls wird der Steuersatz diesen niedrigen Renten negativ angepasst, so dass die Ausbeutung im Fluss bleibt.

Teil 2 folgt: Bleibt von der Rente nach Abzug aller Abgaben noch Geld für ein menschenwürdiges Erdenleben übrig?
Tipps, wie man sich helfen kann, wenn die PKV nicht mehr zu bezahlen ist.

 

Geschäftlicher Plan - Krankenkasse - Medizinische Versorgung
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