Sozialgerechte Reformen sind schon lange überfällig!

25. August 2017 0
140 Hits
0

Teil 4 von 4      (Teil 1)   (Teil 2)   (Teil 3)

Es gibt keine Sicherheit für viele Jahre mehr. Immer schneller wird Zugesagtes zu Schnee von gestern, und ändert sich für uns Beitragszahlern ständig zu unseren Ungunsten. Der schale Geschmack von faulen Ausreden bleibt.

Wer hätte früher je gedacht, dass Altersrenten seit Jahren nicht nur immer knapper ausfallen, sondern auch noch mit unverhältnismäßig hohen Abgaben belastet werden, und Kranken-/Pflegeversicherungsbeiträge den Aufwärtstrend beibehalten? Die Rente hat die Talfahrt Richtung Almosen aufgenommen. Massive Einschränkungen werden den Ruheständlern aufgebürdet. Wobei die Bruttosumme des zu versteuernden Rentenbetrages auch zukünftig die Tendenz nach unten behält … und nach Abzug aller Abgaben irgendwann die Rente wohl zum Taschengeld reduziert ist …

Überfällige Reformen
Bildurheber: 振亚 范 sangoiri

Millionen Berufstätige haben Jahrzehnte voll Vertrauen in die gesetzliche Altersvorsorge eingezahlt. Da ist die Frage doch wohl erlaubt, wo denn die Milliardengelder alle geblieben sind, die wir an die gesetzliche Rentenkasse abgeführt haben? Zweckentfremdet? Verschleudert? Aufgebraucht durch versicherungsfremde Leistungen? Aufgezehrt durch die Deutsche Einheit? Vier Millionen Rentner bei Mauerfall, die nie eingezahlt haben? Oder durch die zahlreichen Entlassungen, wo Konzerne auf Kosten der Beitragszahler und Rentner Tausende Beschäftigte auf die Straße setzten, um ihre Dividenden zu erhöhen? Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass für Altersteilzeit und Frühverrentung die Unternehmen aufkommen. Für die Sanierung der Konzerne muss vor allem die Rentenkasse herhalten (wobei Vorgenanntes nur ein Beispiel von vielen ist). Die Folge sind höhere Beitragssätze und Kürzungen der Altersbezüge für die Senioren. Wieso tragen die Unternehmen nicht alleinig die Kosten für Entlassungen? Scheinbar ist es ein Leichtes, die Sozialkassen mit versicherungsfremden Leistungen zu plündern.

Unsere Generation hat nicht bloß massenhaft einbezahlt. Wir haben sogar für Überschuss gesorgt! Trotzdem werden wir mit einer dürftigen Rente abgespeist, die häufig nicht mal die heutige Miete und die Lebenshaltungskosten deckt. Wir müssten alle sehr, sehr alt werden, um allein das zurückzubekommen, was wir einbezahlt haben.

Wenn Sie jedes Jahr Ihre Renteninformation erhalten, sehen Sie u. a. den Betrag der bislang erreichten Rentenanwartschaft, und den Rentenanspruch bei Weiterzahlung bis zum Renteneintritt. Das sind BRUTTO-Beträge und NICHT Ihre wirkliche Rente! Denn davon werden noch die Zwangsabgaben einbehalten. Die gesetzliche Rente, die Sie dann bekommen, wird wesentlich geringer sein.

Sack voll Geld
Bildurheber: ginasanders

Veränderungen kommen in regelmäßigen Abständen auf uns zu, die uns verstärkt Geld kosten, ohne nachvollziehen zu können, wie und wo all dieses Geld von unseren Politikern verbraten wird. Als Ausrede muss dafür überwiegend der Demografische Wandel herhalten … Was nicht alles für Gründe vorgeschoben werden, um beim arbeitenden Volk und bei den Rentnern abkassieren zu können …

Wenn wir daran denken, was unsere bisherigen Regierungen in den letzten Jahrzehnten verantwortungslos an Schulden angehäuft haben, wird einem schlecht. Da werden noch unsere Enkel, Urenkel und Ururenkel ihr Leben lang abbezahlen müssen. Und es ist keine Besserung (Entschuldung) in Sicht, da unsere Politiker nicht rechnen lernen wollen. Sie beherrschen nicht einmal den kaufmännischen Grundsatz Liquide zu sein: »Nicht mehr ausgeben als man einnimmt«. Dies haben die Herrschaften wegen der Einfachheit im Studium nicht gelernt. Die Politik ist nicht Opfer der Staatsverschuldung, sie ist Täter! Und Steuerverschwendung ist nach wie vor straffrei.

Alle ziehen Mann das Geld aus der Tasche
Bildurheber: Gennady Kireev

Wichtige Informationen für Arbeitnehmer und Selbständige.

Bereits vor zwanzig Jahren war die Überlegung: Wie sichern wir uns für das Alter ab, damit wir nicht in die Altersarmut abrutschen? Zu diesem Zeitpunkt war längst klar, dass die gesetzliche Rente den erarbeiteten Lebensstandard nicht halten wird. Was tun? Weitere Zahlungen in die gesetzliche Rentenkasse oder/und in die private Altersvorsorge? Wie viel Geld bleibt als Angestellter/Arbeiter am Monatsende übrig, bzw. kann man als Selbständiger erwirtschaften, um vorzusorgen?
Es kommt darauf an, wie lange wir und der Arbeitgeber bereits als Angestellter/Arbeiter und somit Pflichtversicherte in die gesetzliche Rentenkasse lückenlos eingezahlt haben.
Als kleiner Angestellter/Arbeiter haben Sie keine andere Wahl, als weiter in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen zu müssen (wird ja automatisch am Monatsende vom Gehalt/Lohn einbehalten). Versuchen Sie trotzdem, Geld für eine private Vorsorge langfristig übrig zu haben.

Ist man selbständig, kann man wählen:

  • Allein in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen / weiterzahlen?
  • In die gesetzliche den Mindestbeitrag zahlen und eine zusätzliche private abschließen?
  • Die gesetzliche Rentenkasse ruhen lassen und nur eine private Altersvorsorge abschließen?

Für alle gilt: Ohne zeitintensive Beschäftigung geht es bei diesem Thema nicht. Nehmen Sie sich die Zeit sich umfassend zu informieren, um dann entsprechend Ihrer Möglichkeiten vorzusorgen, damit Ihre Lebensqualität in der Ruhestandszeit nicht zum Albtraum wird. Intensive, fachliche, unparteiische Beratung und eigene Recherchen sind zwingend notwendig, um die aufgestellten Fallen zu umgehen. Und keine voreiligen Abschlüsse tätigen, schon mal gar nicht vorschnell im Internet, weil es günstiger erscheint.

Wem können wir heutzutage noch trauen? Wer geht mit dem Geld der Einzahler langjährig, untadelig und gewinnbringend um? Was kann und will man viele Jahre einzahlen/sparen? Ist die zusätzliche Altersvorsorge zum Lotteriespiel geworden?

Vereinbaren Sie nach Ihren Recherchen einen Termin mit mehreren Versicherungsunternehmen. Ebenso sollten Sie sich bei der Deutschen Rentenversicherung (früher BfA) über Möglichkeiten, bisheriger Anspruch, Rechte, Pflichten etc. informieren. Bereits in kurzen Abständen ändern sich die Voraussetzungen! Unzählige Gesetzesänderungen bekommen wir als Beitragszahler gar nicht mit. Erst in Beratungsgesprächen werden wir mit unerfreulichen Veränderungen konfrontiert.

Ein Fall von vielen: 2013 wurde in einem Rentenberatungsgespräch bei der Deutschen Rentenversicherung noch gesagt, dass freiwillige Beitragszahlungen in die gesetzliche Rentenkasse nicht auf die fünfundvierzig Jahre angerechnet werden. Seit Mai 2014 stimmt das so nicht mehr. Es kommt auf den jeweiligen Fall an. Informieren Sie sich eingehend. Die freiwilligen Beitragszahlungen (18 Jahre) wurden schließlich doch noch zeitlich berücksichtigt, wobei an anderer Stelle aber wieder enorme Einbußen erfolgten. Denn bei der Rentenauszahlung machen sie sich nur zu einem winzigen Bruchteil bemerkbar. Geldmäßig ist es bedeutend weniger, als wenn die gleichen Beträge von Arbeitnehmer und Arbeitgeber eingezahlt worden wären. Es ist eine Unverschämtheit, wie Beitragszahler schamlos von unseren Politikern ausgenommen werden.

Weiterhin, und das sagt uns vorher auch kein Mensch, muss beachtet werden, dass die Älteren in der gesetzlichen Rentenversicherung mehrere Zusatzleistungen bezahlt haben, die bei jüngeren Beitragszahlern nicht mehr im Beitrag enthalten sind. Wenn Sie dann als Selbständiger nicht monatlich den Mindestbeitrag bezahlen, werden diese Zusatzleistungen nach zwei Jahren gelöscht. Allein der Altersrentenanspruch bleibt bestehen.

Sie wollen sich selbständig machen? Unerlässlich ist dabei, Ihren Rentenverlauf dahingehend zu überprüfen, ob die Pflichtversicherungszeiten lückenlos sind. Denn nur in diesem Fall wird Ihnen der Mindestbeitrag bei der gesetzlichen RV gewährt. Natürlich ist auch hierzu ein Gesetz vor Jahren erlassen worden, welches man jedoch erst zu dem Zeitpunkt erfährt, wenn das Rentenberatungsgespräch stattfindet.

Fall: Man wollte sich selbständig machen, und die Zahlung des Mindestbeitrages wurde verweigert, da zwei Monate im Pflichtversicherungsverlauf fehlten, und laut Gesetz eine Nachzahlung nicht möglich war. Nachdem diese Zeit nachgewiesen werden konnte, zwei Widersprüche nach Berlin geschickt wurden, und beim dritten Widerspruch mit Rechtsanwalt, Öffentlichkeit, und wegen Unterlassung der Informationspflicht dem Beitragszahler gegenüber gedroht wurde, ging die Zahlung des Mindestbeitrages plötzlich in Ordnung. Man muss sich gegen Bürokratenwillkür und unsinnige Gesetze wehren! Auch wenn dieses Brimborium Monate dauert und eine gewisse Sturheit verlangt.

Warum müssen wir Alten für etliche politische Fehlentscheidungen die Folgen tragen? Mehr und mehr wird der Rentenanspruch gekürzt. Dann heißt es mal, die Rente mit Siebenundsechzig, oder wieder Fünfundsechzig oder Dreiundsechzig … Wo bitteschön arbeiten noch Menschen ab Sechzig in der freien Wirtschaft oder im Beamtentum? Sie sind im Arbeitsleben nach wie vor eine Rarität und keine Selbstverständlichkeit.
Wäre es nicht schön, wenn das Wort Volksvertreter Bedeutung, Priorität und Wertigkeit aus dem Grundgesetz und nicht aus der Parteibibel erhalten würde?

Wir müssen darauf achten, dass die Jungen nicht gegen die Alten – und umgekehrt – aufgehetzt werden, sondern alle Seiten einen gegenseitigen Austausch bevorzugen. Es ist nicht wahr, dass die meisten Jüngeren sich darüber beklagen: »Wir müssen für die teuren Alten aufkommen«. Die Mehrheit weiß es zu schätzen, dass es das, was sie heute als selbstverständlich vorfinden, ohne uns nicht geben würde. Besonders die Nachkriegsgeneration, wo ein großer Teil bereits mit vierzehn Jahren arbeiten musste, hat Straßen und Häuser gebaut, für Kinder und Eigentum gesorgt, Firmen gegründet, die Wirtschaft angekurbelt, und hinterlässt überdies eine riesige erarbeitete Erbmasse, die es so nicht mehr geben wird. Wir haben große Unternehmer, innovative Problemlöser und Erfinder hervorgebracht. Einen angenehmen Ruhestand haben wir Alten uns also verdient! Ein schlechtes Gewissen lassen wir uns nicht machen, auch wenn oft auf der Rentenfinanzierung herumgehackt wird. Das diesbezügliche Finanzierungsdilemma ist ein hausgemachtes Problem der deutschen Politiker (Partei-Lobbyisten), und der sozialfeindlich gewordenen Wirtschaft (Sozialallergiker), – und NICHT der Generationen.

Streicht den Politikern ihre Sonderzulagen und Diäten.
Sie erhalten ein Gehalt nach Leistung, und zahlen die gleichen Steuern
und Sozialabgaben wie der Normalverdiener.
Über Nacht würden sich die Gesetze ändern!!!

Nächster Beitrag folgt:
Kontinuierlicher Arbeitsmarktzerfall durch Altersdiskriminierung, Jobaufsplittung, Ausbreitung von Niedriglohnempfängern, unsicheren Beschäftigungsverhältnissen und Missbrauch von Leih- und Werksverträgen – aufgrund grenzenloser Profitgier.

Bildurheber

  • ueberfaellige-reform: 振亚 范 sangoiri

Hinterlasse einen Kommentar

  Anmelden  
Benachrichtigen Sie mich zu: