Muss eine zusätzliche private Altersvorsorge wirklich sein?

18. August 2017 0
134 Hits
0

Teil 3 von 4     (Teil 1)   (Teil 2)

Nach wie vor: JA! Sie ist in Deutschland leider zwingend notwendig, um sich vor Altersarmut zu schützen!

Nur – wer kann eine solche heute noch vom Niedriglohn bezahlen …?
Wer hat so viel Geld …? Wer hat so viel Pinkepinke, wer hat so viel Geld …?

Private Altersvorsorge …? Sogar hier greift uns der Staat zum Dank wieder per Steuer in die Tasche, sobald die Auszahlungen erfolgen.

Wenn man also wie bisher in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, und zusätzlich, so wie unzählige andere, vom bereits versteuerten Geld eine private Altersvorsorge (ob mit oder ohne staatliche Hilfe/Zuschuss/Steuerersparnis) abgeschlossen hat, so werden diese Beträge bei Fälligkeit später mit der gesetzlichen Rente zusammengerechnet. Und wir müssen davon noch einmal kräftig Steuern bezahlen. Bei Verträgen ab 2005 müssen auch Kapitalabfindungen versteuert werden. Wer demnach für das Alter vorsorgt (und wir reden vom Erhalt des erarbeiteten Lebensstandards, und nicht von einer Komfortzone, oder einem Luxusleben), und dadurch vermeiden will Vater Staat auf der Tasche zu liegen, wird letztendlich bestraft.

Aufgrund der permanent steigenden Mieten und Lebenshaltungskosten, müsste bereits zum heutigen Zeitpunkt eine Rente bis 2.000 Euro steuerfrei bleiben (gesetzliche und private Rente zusammen)!

altersvorsorge-armut
Bildurheber: Harry Huber

Hier nur ein Fall von vielen:
Die zusätzliche Altersabsicherung bestand darin, dass nach zwanzig Jahren Sparen und einem langen Arbeitsleben, die private Kapital-Altersvorsorgeversicherung ausbezahlt wurde, und sinnvoll und sicher investiert werden sollte. Monatlich als Rente, hätte sie komplett versteuert werden müssen, trotzdem die Beiträge zwanzig Jahre von versteuerten Einnahmen an die Versicherung (vormals Hamburg-Mannheimer, heute die mit den vier großen Buchstaben) einbezahlt wurden. Da die Versicherung vor 2005 abgeschlossen wurde, war zumindest die Kapitalabfindung steuerfrei. Wer jetzt denkt, schön, mal keine Abzocke, der irrt gewaltig. Der berühmte Haken kam auch hier zum Tragen. Solange die sich in regelmäßigen Abständen erhöhenden Beiträge bezahlt wurden, freute sich das Versicherungsunternehmen. Wie es aber zur Auszahlung kam, ging der Ärger los. Denn es wurden einige Tausend Euros zu wenig ausbezahlt. Da ärgert man sich und stellt fest, dass man etliche Jahre sein sauer verdientes Geld in ein System bzw. Unternehmen eingezahlt hat, was überhaupt nicht daran denkt, gemachte Zusagen einzuhalten. Man zahlte eine Menge Geld an ein Unternehmen (AG), das mit dem Geld gearbeitet hat und am Ende nicht einhielt, was vereinbart war. Man fühlt sich betrogen! Selbstverständlich wurden ein Rechtsanwalt und die BaFin eingeschaltet. Doch das war vergebliche Mühe, da solche Machenschaften durch unsere Politiker per Gesetz geschützt werden!

»In der privaten Vorsorge lastet das Risiko einer rückwirkenden Änderung auf Millionen von Verträgen. Viele (künftige) Privatrenter werden sich auch weiterhin nachträglich abkassieren lassen müssen. Bereits bei Altverträgen hat das Bundessozialgericht die kalte Änderung der Geschäftsgrundlage für die Sparer als »zumutbar« legalisiert! Das Bundesverfassungsgericht verwarf Beschwerden hierzu ab.«

Das Bundessozialgericht sollte eigentlich in Bundesreichendienliches Gericht umbenannt werden …

An fragwürdigen (nicht nachzuweisenden – da Geschäftsgeheimnis) Begründungen mangelt es dann nicht. Da wird Profitgier mit gesetzlicher Unterstützung zelebriert.

Dass so etwas auf Einzahler, die verantwortungsbewusst für ihr Alter vorsorgen wollen, zukommen kann, sagt einem bei Vertragsabschluss natürlich kein Mensch. Und heimlich verabschiedete Gesetze erfährt man erst, wenn es zur Auszahlung kommt. Ist das nicht Sozialhilfe in höchster Vollendung, wie millionenschwere Unternehmen, bzw. Aktionäre, auf unsere Kosten staatlich subventioniert werden?

Zukunftssicherheit gibt es nicht mehr. Irgendeiner dreht ständig am Rädchen der Bereicherung, und greift in die Taschen der arbeitenden Bevölkerung, die ohnehin zu hohe Steuern und Sozialabgaben zahlen muss.

Daraufhin wurden sämtlichen Versicherungen gekündigt. So stellte man auch fest, dass andere Versicherungsunternehmen bessere und preiswertere Tarife haben.

Wirtschaftlicher Druck: Einzahler + Private Versicherung
Bildurheber: Alexandr Kazanskiy

Was sagt uns das? Die Antwort ist eindeutig: Eine kapitalgedeckte, private Rentenversicherung ist nicht automatisch sicherer als die staatliche Rentenversicherung. Denn das eingezahlte Geld kann von der betreffenden Versicherung durchaus so schlecht angelegt werden, dass am Ende kein Gewinn verbleibt. Wie gut welche Versicherung in den nächsten Jahrzehnten wirtschaften wird, kann der Versicherungsnehmer beim Abschluss der Versicherung unmöglich voraussehen. Es ist also auch hier mehr als fraglich, ob sich das jahrzehntelange Einzahlen am Ende lohnt.

Also nun, was wurde mit dem Geld gemacht, damit es sich nicht weiter vermindert, bzw. sich ins Nirwanaland verflüchtigt? Oder gar Strafzinsen anfallen? Wie wurde sich abgesichert, damit einem auch nicht irgendwann die Kosten davonlaufen? Man tat sich mit anderen zusammen, und kaufte sich in ein Haus mit ein. Dies verhalf zu einem lebenslangen Wohnrecht, und gibt die Sicherheit einer gleichbleibenden, bezahlbaren Miete. In Betonaktien ist Geld relativ sicher angelegt. Wobei Normalverdiener sich nur kleineres Eigentum ansparen können, und erhalten dann einen abgezählten Kredit von der Bank. Großprojekte (siehe Immobilienexplosion) schnappen sich die Kapitalisten, oft ohne jedes Eigenkapital, unterstützt von spendablen Banken durch elektronisches Geld.

Und trotz alledem. Die private Altersvorsorge ist in Deutschland zwingend notwendig, um sich vor Altersarmut zu schützen! Leider gibt es keine optimale Lösung. Es ist ein schwieriges und zeitintensives Unterfangen, eine bezahlbare und seriöse Altersvorsorge zu finden. Fragen Sie im Familien-, Freundes-, Bekannten- und Arbeitskreis nach, was diese Menschen tun. Gibt es Erfahrungswerte, Angebote, Vorschläge etc.? Besteht die Aussicht, sich mit der Familie, oder mit Freunden, oder mit einer Gruppe Gleichgesinnter, für ein Vorsorgeprojekt zusammenzutun? Spielen Sie alle Möglichkeiten durch, die für Sie infrage kommen könnten, und treffen anschließend Ihre Wahl. Bei Gemeinschaftsprojekten sichern Sie sich bitte mit einem Notarvertrag ab.

Informieren Sie sich über staatliche Beihilfen und Steuerersparnisse. Dabei bitte bedenken, das, was Sie am Anfang einsparen, holt sich Vater Staat über Steuern, oder andere Abgabenerfindungen, so oder so, früher oder später mit Zinsen wieder zurück.

Tun Sie das bitte alles selber! Beratung ist gut und muss sein, doch lassen Sie sich nichts aus den Händen nehmen. Vertrauen wird bestraft. Das was Sie persönlich erfragen, recherchieren (bitte nicht nur im Internet) und sich an Wissen aneignen, schützt Sie vor Scharlatanen. Werden Sie Risikokompetent, das ist der beste Schutz vor Täuschung. Nicht alle Fehler können vermieden werden, jedoch Hinterfragen und Nachprüfen gibt zumindest eine gewisse Sicherheit. Unwissenheit birgt die Gefahr, sich anderen auszuliefern und viel Geld zu verlieren.

Teil 4 folgt – Renten- und Krankenversicherungen dürfen nicht weiter Interessengemeinschaften zum Opfer fallen.
Wichtige Informationen für Arbeitnehmer und Selbständige.

fallende zinsen
Bildurheber: sangoiri

Bildurheber

  • altersvorsorge-armut: Harry Huber

Hinterlasse einen Kommentar

  Anmelden  
Benachrichtigen Sie mich zu: