Billig, billiger, am billigsten … Geiz ist nicht geil, sondern äußerst dumm!

22. September 2017 0
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Mit Gastbeitrag von Frau Daggie Lincoln – Ein Weg aus dem Risiko der Altersarmut.

Was können wir tun? Die gewachsenen negativen Begleiterscheinungen unserer unaufhörlich boomenden techniksüchtigen und profitorientierten Welt, lassen angeblich altbewährte Maßstäbe, Wertschätzung, Nachhaltigkeit und Qualitätsbewusstsein nicht weiter zu. Ganz unschuldig sind wir an diesem Dilemma nicht. Weil ein großer Teil der Bevölkerung meint: »Ich will mir immer mehr leisten, aber es darf nicht viel kosten«. Konsumhysterie und überzogene Erwartungen, für immer weniger Geld. Macht auch nichts, wenn andere Menschen in fernen Ländern dafür draufgehen, ihre Gesundheit ruinieren, und für einen Hungerlohn arbeiten müssen. Oft sind die Wünsche größer als der Geldbeutel. Egal. Auch wenn man auf Pump kaufen oder Kredite aufnehmen muss, oder in die Schuldenfalle tappt. Hauptsache man gönnt sich was und ist up to date. Dieses maßlose Kaufverhalten, zusammen mit der gewachsenen Profitgier der Unternehmen, animiert geradezu die Unternehmen, mehr schlecht als recht irgendwo in der Welt billigst produzieren zu lassen, um dann hier ihre Ware mit hohem Profit verkaufen zu können.

Einkaufswagen voller Prozente und Angebote
Bildurheber: limbi007

Das hat seit vielen Jahren dazu geführt, dass ganze Industriezweige (Elektronik, Kleidung, Spielzeuge etc.) ihre Produktion in Niedriglohnländer verlagert haben. Dabei sind nicht nur massenweise Arbeitsplätze verloren gegangen, sondern auch Qualitätsdenken. Die Verantwortung der Produzenten, für einwandfreie Ware zu sorgen, ist Geschichte. Was nutzt uns Verbrauchern Billigware, wenn die Kleidung und das Spielzeug gesundheitsschädlich sind? Oder die Lebensmittelindustrie zum Chemielieferanten geworden ist (ob die selber ihr produziertes Zeug essen?). Oder die bewusst eingebauten Fehler den Kunden, oft schon kurz nach der Garantiezeit, zum Neukauf zwingen, da kaum noch Reparaturen möglich sind, bzw. unterbunden werden. So bleibt der Gewinn immer im Fluss. Über die Konsequenzen denken die wenigsten Menschen nach. Das liegt nicht an mangelnder Intelligenz, sondern an der Gleichgültigkeit Leistungen anderer anzuerkennen und wertzuschätzen. Dabei hat jeder von uns schon die negativen Folgen dieser »Outsourcingsbesessenheit« zu spüren bekommen. Wer also immer noch denkt, für wenig Geld viel Wert zu erhalten, lebt nicht nur wirklichkeitsfern, sondern vernichtet auch Arbeitsplätze, unterstützt die Ausbeutung der Menschen in armen Ländern, und schadet zudem häufig der eigenen Gesundheit, und die der Kinder und Enkel gleich mit.

Geiz ist nicht geil – sondern äußerst dumm!
»Die Erinnerung an eine schlechte Qualität währt länger,
als die Freude über einen geringen Preis

Natürlich stöhnen jetzt manche Leserinnen/Leser auf, und meinen, die haben gut reden. »Ich kann mir Qualität bei meinem kleinen Einkommen nicht leisten« … Das verstehen wir. Denn dass sich Millionen von Menschen in Deutschland nur billige, minderwertige Lebensmittel und Waren leisten können, ist leider Realität. Das hat nichts mit Geiz zu tun, sondern mit einem erbärmlichen Arbeits-, Renten- und Sozialsystem, das schon lange hätte zurechtgerückt werden müssen.

Durch politische Fehlentscheidungen und Bevorzugung von wirtschaftlichen Interessen, geht es immer mehr Menschen in Deutschland schlecht. Für ein soziales Gleichgewicht zu sorgen ist Aufgabe unserer Volksvertreter und der Wirtschaft! Diese Aufgabe haben sie jahrelang missachtet. Das Schönreden „Deutschland geht es gut, weniger Arbeitsplätze etc.“, haben wir in vorhergehenden Beiträgen bereits als realitätsfern an den Pranger gestellt. Aber die Politik kann nicht für das fehlende Mitdenken und Handeln der Bevölkerung verantwortlich gemacht werden. Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient. Die Möglichkeiten sich gegen schlechte Politik gewaltlos zu wehren, werden nur von einem Bruchteil der Bürgerinnen und Bürger umgesetzt. Politik und Wirtschaft wissen, dass der Deutsche sich nicht wehren wird, und nutzen das natürlich schamlos aus. Und das Volk lässt es zu!!! Wenn kein Gegenwind aus der Bevölkerung kommt, wird sich nichts ändern!

Wenn man sich mal anschaut, dass die preiswerten Angebote hauptsächlich von Leuten mit sehr gutem Verdienst ausgenutzt werden, so dass für Menschen mit niedrigem Einkommen fast nichts übrig bleibt, spricht das für ein sehr egoistisches Verhalten, und hat nichts, absolut nichts mit Solidarität oder sozialem Verhalten zu tun (wobei wir hier nicht nur die Billigflüge meinen, die von gut betuchten Geschäftsleuten vereinnahmt werden).

Die Politik muss sich bewegen und für soziales Gleichgewicht sorgen. Auch die Unternehmen müssen die Wertigkeit der Arbeit wieder anerkennen und fair bezahlen. Wenn diese Herrschaften das auch nach der Wahl weiterhin ignorieren, müssen WIR ihnen klar machen, was ihr Job und ihre Verantwortung ist.

Wie verschaffen wir uns trotz niedriger Einnahmen einen Mehrwert?

  • Ein erster Schritt dazu wäre, sich von dem Konsumwettbewerbswahnsinn mit anderen Menschen zu lösen. Vergleichen Sie das was Sie haben und sind, nicht mit anderen Menschen. Es wird immer Menschen geben, die reicher, bedeutender und besser sind als Sie. Neid ist kein guter Ratgeber, und macht in jeder Hinsicht arm.
  • Wenn Ihnen nicht viel Geld zur Verfügung steht, lassen Sie sich helfen! Scheuen Sie sich nicht, Ihr Sozialamt aufzusuchen und nach Hilfen zu fragen.
  • Lernen Sie wahrzunehmen, dass es Qualität auch für kleines Geld gibt. Man muss nur etwas länger suchen, genauer hinsehen, und selber was tun. Zum Beispiel im Lebensmittelbereich: Auf regionale Angebote achten und in Bauernläden einkaufen.
  • Was man von vielen Möglichkeiten auch TUN kann, schildert nachstehender Gastbeitrag.
Altersarmut

Gastbeitrag 22.09.2017 von Daggie Lincoln – Ein Weg aus dem Risiko der Altersarmut.

Vor kurzem habe ich meinen Rentenbescheid bekommen: 480 Euro! Ich war alleinerziehend, musste mein Studium schmeißen, da ich Geld verdienen musste, habe immer nur halbtags gearbeitet, als mein Kind noch klein war, weil ich dachte: „Mein Kind braucht meine Zeit, aber kein Geld. Viel arbeiten kannst du, wenn es groß ist.“ Die Quittung ist der Rentenbescheid! Aber zum Glück hat sich mein Leben schon frühzeitig so entwickelt, dass ich Altersarmut umgehen kann.
Menschen diesen Weg aus der Altersarmut zu zeigen, den ich für mich entdeckt habe, das treibt mich an. Dieser Weg ist ganz sicher nicht für jeden richtig, aber für jeden, der will, machbar. Mein Weg kann auch Müttern helfen, den Spagat zwischen Job und Kind zu meistern, ebenso unterbezahlten Arbeitnehmern, sich von der Situation am Arbeitsmarkt zu befreien.
Meine Geschichte hat damit angefangen, dass ich mich beruflich umorientieren musste, als mein Sohn mit nur 16 Jahren wegen eines Basketballstipendiums in die USA ausgewandert ist. Ich hatte damals einen guten und sicheren Job als Assistentin der Geschäftsleitung in einem Verlag. Von einem auf den anderen Tag entstand bei mir also das, was ich immer gerne „akuten Handlungsbedarf“ nenne. Ich brauchte mehr Zeit, mehr Geld und mehr Unabhängigkeit. Die Lösung kam dann über meine schlechte Haut … Schon interessant, welche Wege das Leben manchmal geht … Ich hatte seit der Geburt meines Sohnes sehr starke Akne. Zu dem Zeitpunkt, als er in die USA auswanderte, fand ich eine Lösung. Produkte, die mir endlich geholfen haben. Dann hab ich gehört, es besteht die Möglichkeit, auch Geld damit zu verdienen, zu arbeiten von wo immer ich will, mit wem ich will, wie viel ich will und mein Einkommen selbst zu bestimmen. Das alles klang zu schön um wahr zu sein, also habe ich damals genauer hingeschaut und folgendes gelernt:
Schauen wir uns einmal an, was wir alles bezahlen, wenn wir zum Beispiel in einem Drogeriemarkt oder einer Parfümerie einkaufen. Nun ja, das Geld, das auf der Ladentheke landet, deckt eine ganze Reihe an Kosten ab: Die Herstellungskosten für das Produkt, die Verpackung, die Transportwege, Spediteure, Lagerhaltungskosten, Ladenmieten, Personalkosten, Pröbchen, die verschenkt werden, Werbung in Magazinen und im Fernsehen, die Prospekte im Treppenhaus, über die wir uns ärgern … alle diese Zwischenschritte machen ein Produkte garantiert nicht besser, sondern allenfalls teuer. Und sie müssen berechtigter Weise eben auch bezahlt werden. Jeder will und soll seinen Teil verdienen, was aber dann oft zu Lasten der Produktqualität geht.
Könnte es daher Sinn machen, hochwertige Produkte direkt vom Hersteller zu beziehen? Das ist heutzutage mehr als machbar, und es gibt sogar Unternehmen, die uns, dem zufriedenen Verbraucher, eine Provision auszahlen, wenn wir die Produkte aktiv weiterempfehlen und es zu einem Umsatz kommt. Wir alle kennen das von Teleshopping-Sendern, Banken, Kaffeegeschäften und vielen anderen Unternehmen, wo es für den neuen Kunden, den wir bringen, eine Einmalprämie gibt in Form von Kaffeemaschinen, Toastern, manchmal auch 50 oder 100 Euro. Unternehmen im Direktvertrieb, die das Konzept des Empfehlungsmarketing nutzen, zahlen auf jeden wiederkehrenden Umsatz sogar eine Provision aus, so dass man seinen eigenen Verbrauch der Produkte im Laufe der Zeit durch die entstehenden Einnahmen refinanzieren kann. Man kann ein paar Hundert Euro dazu verdienen, sein Einkommen ersetzen, oder sogar sehr viel Geld verdienen, wenn man wirklich begeistert ist und mit Freude diese tolle Bezugsquelle weiterempfiehlt. Natürlich fällt das Geld auch hier nicht vom Himmel. Es ist eine Arbeit wie jede andere auch, aber sie hat einen entscheidenden Vorteil: Sie hat eine Langzeitwirkung. Ich kann meine Provisionseinnahmen sogar vererben, und das bieten viele Unternehmen in dieser Industrie an.
Ich finde, das Ganze macht Sinn, und ich nenne es immer gerne: Das Konzept des klugen Einkaufens. Wobei man einerseits mit geringen Mitteln Qualität kaufen, und andererseits sich eine Einnahmequelle schaffen kann, egal welchen Alters.
Die Welt ist ohnehin im Wandel, und auch wenn wir älter werden: Es macht Sinn, einmal genau hinzuschauen, welche neuen Möglichkeiten sich auch uns älteren Menschen bieten. Wer mehr zu dem Thema wissen möchte, kann sich gerne direkt an mich wenden. Meine E-Mail-Adresse ist: info@dagmarlincoln.de

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  • orange cartoon character goes shopping and saves costs.: limbi007

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