Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich … Wirklich?

29. September 2017 0
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Mit Gastbeitrag von Nina Ehrke, DBD – Der vergessene Mitbürger?

Eine Demokratie und ein menschenwürdiges Leben für alle, bekommen wir nicht auf dem Silbertablett präsentiert! Da ist das Engagement der Bürgerinnen und Bürger gefragt! Denn nicht nur die Politiker sind gefordert. Auch WIR, das Volk, müssen unseren Teil dazu beitragen!

Aus dem Grundgesetz: Artikel 1 – (2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

Deshalb werden wir, die Rentner-Revolte, nicht aufhören, die Menschen zu sensibilisieren, sich für eine dauerhafte Demokratie, für Frieden, Gerechtigkeit und Menschlich sein einzusetzen. Jeder von uns kann auf seine Art und Weise etwas bewegen und das Seine zu positiven Veränderungen dazutun. Sei es im Lande, im Job, in der Familie, oder zumindest in seinem Umfeld. Die Politik kann nicht alles richten. Auch WIR haben die Verpflichtung, unseren Nachkommen eine lebenswerte Welt zu hinterlassen.

Demonstrationen

Demokratie hat nichts, absolut nichts mit Gewalt zu tun! Aber mit Nichtstun auch nicht! Wegschauen, Überhören, Schweigen, Ignorieren, Hinnehmen, gefallen lassen … Das ist weder demokratisches Denken noch zeugt es von Verantwortungsbewusstsein und Menschlichkeit!  

  • 12 Millionen Bürger sind Bedürftige, bzw. leben unter der Armutsgrenze, sind sozial benachteiligt – mit steigender Tendenz!
  • 5,9 Millionen Hartz-IV-Bezieher, darunter 4 Millionen Erwerbsfähige!
  • 1,5 Millionen Bürger gehen zur Armenküche bzw. Tafel, um nicht zu verhungern, darunter eine große Anzahl Rentner und Kinder!
  • In Deutschland wächst jedes 4. Kind an oder unter der Armutsgrenze auf!
  • Über 500.000 Rentner erhalten bereits Grundsicherung, bzw. eine Aufstockung zur Rente. Jeder 5. erhält Unterstützung durch die eigenen Kinder.
  • Hunderttausende unschuldig Entlassene, ältere Arbeitswillige und Langzeitarbeitslose bekommen keine adäquate Arbeit!
  • Mittlerweile ist jeder 5. Beschäftigte in Deutschland ein Niedriglohnempfänger! Arbeitgeber sorgen für massiven Zuwachs!
  • Von 2,3 Millionen Solo-Selbständigen verdient rund ein Drittel weniger als 1.100 Euro im Monat!

Wer spricht da von Gleichheit und einem reichen Deutschland?
Ob Unternehmer bzw. Kapitalisten mal unseren Blog lesen …???
Würde ihnen nicht schaden, da sie durch ihre profitgierige Handlungsweise eine große Mitschuld an diesem Dilemma haben!

Wird auch SIE nachstehender Gastbeitrag animieren, wahrzunehmen, was man als Einzelner bereits von vielen Möglichkeiten TUN kann?

  • 300.000 Menschen in Deutschland sind obdachlos und ohne Krankenversicherung!

Gastbeitrag von Nina Ehrke, DBD – Der vergessene Mitbürger?

Das Leben spielt nicht jedem Menschen gut mit. Klar, ich kann mich glücklich schätzen. Habe ein Dach über dem Kopf, eine große Familie und muss nicht hungern. Warum ich trotzdem unzufrieden bin? Lasst mich Euch erzählen …

Es gibt Situationen im Leben, die unter Garantie jedem von Euch schon mal passiert sind. Doch vielen ist nicht bewusst, dass sie eigentlich einen Luxus ihr Eigen nennen, der vielen von uns nicht vergönnt ist.

  • Wir sitzen im Park und genießen die Sonne.
  • Wir flanieren auf der Einkaufsmeile und betrachten die Auslagen in den Schaufenstern.
  • Wir kampieren sogar Stunden bevor das Geschäft öffnet vor dessen Toren, um auch ja eines der brandneuen technischen Geräte zu ergattern.
  • Wir ergötzen uns an der Fleischtheke und können uns nicht entscheiden, welchen Braten es heute geben soll.
  • Wir jammern, wenn am Ende des Monats mehr Tage übrig sind, als Geld auf unserem Konto.
  • Wir haben das Recht, frei zu wählen. Eines der höchsten Güter in unserem Land.

Diese Aufzählung könnte ich endlos fortführen. Nicht jedem ist aber ein solches bequemes und schönes Leben vergönnt. Der mündige Bürger in Deutschland erkennt Armut oft nicht einmal, wenn sie neben ihm sitzt. Und jener, der sie erkennt, verschließt leider viel zu oft seine Augen davor.

  • Obdachlose sitzen im Park und hoffen, dass es nicht regnet, damit sie die Nacht trocken auf der Parkbank übernachten können, da die Obdachlosenheime hoffnungslos überfüllt sind.
  • Obdachlose Mitbürger gehen schleppenden Schrittes die Straße entlang in der Hoffnung, dass im nächsten Papierkorb jemand vielleicht einen Rest Essbares liegen ließ.
  • Obdachlose kampieren oft nachts vor Geschäften, weil es dort windgeschützt ist und der Ordnungsbeamte sie nachts vielleicht nicht von dort vertreibt.
  • Obdachlose können nur von der anderen Seite ins Schaufenster des Fleischers schauen. Oft ist die letzte warme Mahlzeit Ewigkeiten her.
  • Obdachlose haben den ganzen Monat über nicht viel Geld in der Tasche, geschweige denn ein Bankkonto, auf welchem sich noch Geld befinden könnte.
  • Obdachlose können oft nicht einmal wählen gehen. Wo soll die Wahl-Benachrichtigungskarte auch hingeschickt werden? Kein fester Wohnsitz, keine Meldeanschrift.

Ich höre schon förmlich die Rufe in meinem Kopf wie …

  • In Deutschland muss niemand obdachlos sein.
  • Es gibt Suppenküchen.
  • Es gibt die Tafel und und und …

Es gibt vielerlei Gründe, warum jemand obdachlos ist. Aber muss ich mich wirklich erst fragen: „Warum ist dieser Mensch obdachlos?“ Oder: „Wird er sein Geld versaufen oder in Drogen umsetzen?“

Verlassen Familie auf der Straße - Obdachlos
Bildurheber: Jozef Polc

Warum nicht einfach helfen???

Natürlich, es gibt schon einige Unternehmen, welche Lebensmittel spenden oder ärztliche Hilfe anbieten im fahrenden Ärzte-Mobil. Aber reicht das? Sollen wir uns darauf ausruhen?
Unsere Kanzlerin, Frau Dr. Merkel, hat es ja vorgemacht. Sie bot den aus Kriegsgebieten Vertriebenen eine Heimat an. Sie lud sie ein, bei uns zu wohnen. Diesen Hilfesuchenden wird geholfen, wofür ich auch nur begrenzt Verständnis habe. Aber was ist mit unseren Mitbürgern? Jene, die scheinbar einfach vergessen wurden. Warum kann die Regierung nicht hier auch ein paar Euro locker machen, damit niemand mehr auf der Parkbank schlafen, Leergut sammeln oder betteln muss? Jeder äußerlich nicht der Norm entsprechende Mitbürger wird vom Ordnungsamt des Platzes verwiesen, ohne jegliche Chance auf Erklärung. Bist du äußerlich eine der „Norm entsprechende Erscheinung“, erhältst du sofort Hilfe, wenn du auf der Straße umkippst. Entsprichst du jedoch nicht diesem Bild, wirst du jämmerlich verrecken.
(Siehe auch: https://www.facebook.com/NDRfernse…/videos/382461528544670/…).

Erst neulich hat ein Bekannter von mir eine Erfahrung gemacht, die mir Tränen in die Augen trieb. Eine gut gekleidete ältere Dame lief im Park und stoppte an jeder Mülltonne, um diese nach Pfandgut zu durchforsten. Als sie bei meinem Bekannten angelangt war, fragte sie ihn ob sie wohl die 2 leeren Pfandflaschen mitnehmen dürfte. Natürlich durfte sie. Sie bedankte sich bei ihm überschwänglich und wünschte ihm noch einen schönen Tag. Immer mit einem Lächeln im Gesicht. Mein Bekannter, „Matze“ Matthias Schulzke, war sichtlich erschüttert. Mehr dazu in seinem Live-Video: https://www.facebook.com/Stinktier1177/videos/1267690389937212/ 

Hand unterstützt Mann
Bildurheber: robodread

Die vorherrschende Armut in Deutschland betrifft jedoch nicht nur Obdachlose. Auch unsere Rentner, Kinder und Enkelkinder, Familien … sie alle sind betroffen. Und das hier in Deutschland. Oftmals deckt die Rente nicht einmal den Bedarfsatz eines ALG II-Empfängers. So gehen die Rentner auf die Straße … nicht um zu demonstrieren, nein, um Leergut zu sammeln. Viele Menschen drehen jeden Groschen zehnmal um, bevor sie ihn ausgeben. Jüngere Kinder tragen die Kleidung der älteren Geschwister oder Kleidung aus dem Secondhand-Laden. Hausfrauen durchwälzen Prospekte und rennen von einem Geschäft ins andere, um das günstigste Angebot noch bei Zeiten holen zu können und ihren Liebsten ein gesundes Mahl zu zaubern. Eines haben all diese Menschen jedoch nicht verloren, ihre Menschlichkeit. Sie lächeln, wenn Du ihnen ein wenig zu essen gibst, wenn sie Deine Pfandflaschen haben dürfen, wenn Du ihnen etwas Kleingeld gibst oder aber auch nur sie anlächelst oder mit ihnen redest.

Auch mein Mann, unser Kumpel Matze und ich hatten ein einschneidendes Erlebnis. Wir zogen nachts in Oldenburg um die Häuser, um uns ein wenig zu amüsieren. Auf einem öffentlichen Platz vor dem Eingang eines Kaufhauses saßen zwei ältere Straßenmusikanten. Kaum jemand der abendlichen Partygänger blieb stehen, um zu lauschen, mit Scheuklappen liefen sie vorbei. Wir jedoch blieben stehen, hörten ihnen einen Augenblick zu und kamen ins Gespräch. Da keine weitere Sitzmöglichkeit in der Nähe war, fragte ich den holländischen Straßenmusiker ob ich mich zu ihm setzen dürfte. Er bejahte dies und bot mir sogar einen Schluck aus seiner Bierflasche an. Nun, ich war durstig … so trank ich und bedankte mich artig. Riky und Matze gingen los und besorgten noch ein wenig was zu trinken – für uns alle! Nachdem sie wieder zurück waren, saßen wir alle im Kreis. Gemeinsam sangen und sprachen wir miteinander. Als wir uns dann auf den Weg machten, bedankten sich die Straßenmusiker mit solch einem Leuchten in den Augen, dass ich dachte es ist taghell. War es auch, in meinem Herzen. Ich denke noch oft an diese Situation, sie wird unvergesslich bleiben.

Nun habe ich schon wieder mehr geschrieben, als ich eigentlich wollte. Meine Botschaft ist eigentlich nur die: „Verschließt nicht Euer Herz und Eure Augen. Bewahrt Euch Eure Menschlichkeit. Urteilt nicht über Menschen, deren Situation Ihr gar nicht kennt. Vergesst niemals Eure Mitbürger.“

Und mein Denkanstoß an die etablierten Parteien und Politiker: „Es gibt mehr als nur Flüchtlinge. Es gibt viel zu tun, auch im eigenen Land. Packen wir es an.“

Zum Abschluss ein Zitat, welches ich auf Facebook gelesen habe:

„Manche Menschen würden sich erschrecken,
wenn sie statt ihrem Gesicht,
plötzlich ihren Charakter im Spiegel sehen würden.“

2016 gez. Nina Ehrke – Co-Autoren: Tanja Meyer und Matthias Schulzke

Altersarmut

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  • blogdemonstrationen: Isabel Da Silva Azevedo

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