4 Was machen unsere vom Volk gewählten Vertreter (noch) für das Volk?

9. Dezember 2017 0
207 Hits
0

4. Teil        (Teil 1)     (Teil 2)     (Teil 3)

6.  Demografischer Wandel – Baustelle Rente und zunehmende Altersarmut

Es hängt uns langsam zu den Ohren raus, dass die Rentenzahlungen aufgrund des Demografischen Wandels immer geringer ausfallen „müssen“. Und dass der Einstieg ins Rentenanspruchsalter der längeren Lebenserwartung angepasst werden muss, ist nur teilweise zu verstehen.

Dass wir eine älter werdende Gesellschaft haben, mit ansteigender Tendenz, ist natürlich für unsere Politiker so völlig überraschend, wie jedes Jahr ihre Diätenerhöhungen und Weihnachten. Es ist bereits seit Jahrzehnten abzusehen! Und genauso lange wird das Thema in sämtlichen bisherigen Regierungen ignoriert, verschleppt, missachtet, und fristet ein Hinterzimmerdasein.

Nicht wir Alten sind das Problem! – Wir lassen uns auch nicht dazu machen! Das Problem ist, dass es weit und breit keinen lösungswilligen Entscheider gibt! Wenn uns tatsächlich mal (wieder) eine Rentenreform präsentiert wird, stellt man fest, dass uns erneut eine Lösung (ehrlicher wäre Notnagel) untergejubelt wird, die jedoch kaum zum Problem passt. Uns allerdings aufs Neue mehr Geld kostet, aber nicht wirklich etwas bringt. Seit Jahren wird uns der Demografische Wandel als Grund für Einsparungen und Kostensteigerungen vorgehalten … Hier wird politisch ein Problem geschaffen, das sinnvoll gelöst werden könnte, wenn es gewollt wäre. Aber nein, lieber schafft man ein Feindbild, um so lange wie möglich der Bevölkerung die Verantwortung zuzuschieben, damit wir den politischen Bewältigungswillen nicht einfordern, und die damit verbundene Geschäftemacherei als unabdingbar akzeptieren.

Das Geschäft mit dem Alter ist zum Jungbrunnen und zur unerschöpflichen Goldquelle geworden, insbesondere für die Versicherungsunternehmen, denen mit gesetzlicher Unterstützung haufenweise Geld in die Kassen gespült wurde und wird. Seit Riester wurde den Versicherungsunternehmen über Nacht ein riesiger profitabler Markt geschenkt! 16,5 Mio. Riester-Verträge gibt es, und keiner weiß Bescheid, was letzten Endes dabei rauskommt. Davon haben 90 % zu hohe Kosten, da die Lebenserwartung von den Versicherungen zu hoch angelegt ist. Eine echte Lösung für die Altersvorsorge gibt es bis jetzt noch nicht. 20 % Riester-Verträge liegen zurzeit brach/ruhen.

Bei dem ganzen Demografischen-Wandel-Geschwafel, scheinen unsere Politiker zu vergessen, dass sich nahezu alle Regierungen ungehemmt und willkürlich an den Rücklagen der gesetzlichen Rentenkasse vergriffen haben, und das Geld für versicherungsfremde Leistungen einsetzten. Selbst Kanzler Helmut Schmidt hatte keine Hemmungen, 1978 die Rentenversicherung um 100 Milliarden DM zu erleichtern. Seit 1957 sind so über 700 Milliarden aus der Rentenkasse verschwunden, und nie wieder aufgetaucht/eingezahlt. Die Deutsche Rentenversicherung wurde seit Jahrzehnten ausgeplündert!

Darauf die Logik unserer Politik: Bis 2030 sinkt das Rentenniveau auf unter 43 %, und die Rente wird bis dahin zu 100 % besteuert … und das Renteneintrittsalter kriegen wir auch noch bis dahin auf 70 … 80 Jahre hin.

Millionen Berufstätige haben Jahrzehnte voll Vertrauen in die gesetzliche Altersvorsorge eingezahlt. Da ist die Frage doch wohl erlaubt, wo denn die Milliardengelder alle geblieben sind, die wir an die gesetzliche Rentenkasse abgeführt haben? Zweckentfremdet? Verschleudert? Aufgebraucht durch versicherungsfremde Leistungen? Aufgezehrt durch die Deutsche Einheit? Vier Millionen Rentner bei Mauerfall, die nie eingezahlt haben? Oder durch die zahlreichen Entlassungen, wo Konzerne auf Kosten der Beitragszahler und Rentner Tausende Beschäftigte auf die Straße setzten, um ihre Dividenden zu erhöhen? Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass für Altersteilzeit und Frühverrentung die Unternehmen aufkommen. Für die Sanierung der Konzerne muss vor allem die Rentenkasse herhalten (wobei Vorgenanntes nur ein Beispiel von vielen ist). Die Folge sind höhere Beitragssätze und Kürzungen der Altersbezüge für die Senioren. Wieso tragen die Unternehmen nicht alleinig die Kosten für Entlassungen? Scheinbar ist es ein Leichtes, die Sozialkassen für versicherungsfremden Leistungen auszurauben.

Ein Arbeitsleben lang hat man in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt und trotzdem reicht es nicht. Wie sinnvoll und gerecht ist eine solche Rentenversicherung? Nur Beamte, Politiker und geschasste Manager haben ihre Schäfchen im Trockenen.

Menschenpresse Geldmaschine
Bildurheber: nuvolanevicata

Ein gerechteres Rentensystem einzuführen ist längst überfällig. Das deutsche Rentenmodell schneidet nicht nur im europäischen Vergleich mit äußerst schlechten Noten ab, was bereits lange bekannt ist. Besonders ärgerlich ist dabei, dass Rentensenkungen, Altersvorsorge und private Absicherung von Politikern beschlossen werden, die niemals auf Rentenzahlungen angewiesen sind, denn sie werden fette Pensionen beziehen. Und damit die Interessen von Kapitalisten gewahrt bleiben, holt man sich Rentenberater aus Vorständen von Banken und Versicherungen wie auch andere (Eigen-) Interessensgruppen dazu, die ebenfalls niemals von einer gesetzlichen Rente leben müssen. Keiner dieser Entscheider hat von der schlechten finanziellen Rentner-Lebenswirklichkeit auch nur die geringste Ahnung!

Jahrzehntelange Arbeit und Einzahlung in die Rentenkasse darf nicht in die Altersarmut führen. Die Renten müssen für Langzeitbeitragszahler erhöht, und die Besteuerung der gesetzlichen Renten abgeschafft werden. Die Frage ist auch, wieso die Beamtenpensionen doppelt so hoch sind, wie die Renten von Arbeitnehmern? Ein für alle verträgliches Renten- und Sozialsystem muss bald umgesetzt werden, und nicht erst 2030 oder noch später. Arbeit darf nicht bestraft werden, und Nichtstun belohnt. Deswegen sind wir auch nur für eine Grundrente, wenn man mindestens 30 Jahre in Deutschland gelebt, gearbeitet und eingezahlt hat. Und die, die länger arbeiten und einzahlen, erhalten eine höhere Rente. Selbstverständlich müssen Kranke, oder die, die Kinder (spätere Rentenbeitragszahler) großgezogen haben, und weder arbeiten noch genug Rentenbeiträge einzahlen konnten, eine Rentenbevorzugung erhalten.
Voraussetzung für eine Grundrente ist natürlich, dass ALLE in Deutschland arbeitenden Menschen in EINE Kasse einzahlen.

Das Rentendesaster hat die Politik und die Wirtschaft zu verantworten, und nicht der Demografische Wandel! Ausplünderung der Rentenkasse auf der einen Seite, und auf der anderen Seite eine Profitgierige Wirtschaft, die durch ihre Niedriglohnpolitik die Arbeitnehmer gewissenlos in die Altersarmut treibt.

Ein Erfolgserlebnis für eine weitere Bürgerausbeutung verkündete übrigens 2005 unser damaliger Bundeskanzler Schröder auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos: »Wir haben unseren Arbeitsmarkt liberalisiert. Wir haben einen der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut, den es in Europa gibt.«
… Was studiert man eigentlich als Politiker: Herrschen, Hartz und Humbug?

Es ist schon komisch, wenn man heute einen Hund auf der Straße aussetzt, bekommt man eine Geldstrafe. Wenn ein Arbeitgeber Hunderte und mehr Arbeitnehmer entlässt, wird es mit wirtschaftlicher Rationalisierung, Schwierigkeiten oder sonstigen Ausreden abgetan. Zur Belohnung für politisches Augenzudrücken, bedanken sich die Arbeitgeber mit dem weiteren Ausbau von Niedriglohnbereichen.

Bei solcher volksfeindlichen, aber reichendienlichen Politik, meinen da unsere Politiker wirklich im Ernst, dass wir zu hohen Beitragszahlungen auch noch eine private Altersvorsorge zusätzlich machen können? ¼ der Berufstätigen arbeiten bereits im Niedriglohnbereich. Davon arbeiten viele bereits in zwei Jobs, weil selbst ein normales Leben (ohne jeden Luxus) nicht mehr zu finanzieren ist. Was bleibt Otto Normalbürger von einem Hauptjob nach Abzug aller Kosten übrig? Zwangsabgaben, überhöhte Mieten und stetig steigende Lebenshaltungskosten lassen oft nicht mehr genug zum täglichen Leben übrig. Aber es interessiert keinen dieser politischen Theoretiker, woher wir das Geld dazu nehmen sollen.

Vielen Rentnern geht es nicht anders. Bleibt von der Rente nach Abzug aller Abgaben noch Geld für ein humanes Erdenleben übrig?
Rentenzahlungen müssen eine menschenwürdige und selbstbestimmte Lebensweise ermöglichen! In Rente gehen darf weder Schande noch Armut bedeuten! Rentner/innen haben was Besseres verdient, als zur Tafel zu gehen und Pfandflaschen zu sammeln.

Deshalb wehrt Euch liebe Leute!!! Wir haben mehr als ein Gnadenbrot verdient! Lasst Euren Rentenbescheid von einem Rentenfachmann überprüfen, da viele Bescheide noch Fehler enthalten. Die Deutsche Rentenversicherung ist eine Versicherung!!! Auf diese hat man Rechtsansprüche. Bestehen Sie auf Ihr Recht! Immer wieder wird unaufhörlich an der Rente herumgebastelt, heimlich neue Gesetze erlassen, und so getan, als ob Renten ein Geschenk des Staates und eine Wohltat für arme Leute sei. Ein unerhörtes Vergehen gegen Recht, Wahrheit und die Würde des alternden Menschen.
Es besteht absolut kein Grund sich zu schämen! Gehen Sie zu Ihrem Sozialamt und fragen nach Beihilfen. Lassen Sie sich nicht abwimmeln. Meistens wird erst einmal abgewunken. Bleiben Sie stur dran, auch wenn es dauert. Nerven Sie mit Fragen, bis Ihnen geholfen wird. Ämter sind überaus erstaunt, dass es noch Menschen gibt, die sich gegen Unrecht WEHREN. Wie Sie am besten vorgehen, schauen Sie in unseren Beitrag > Revolte – Alle Beiträge anklicken > Nr. 15 vom 09.09. anklicken.

Die Altersarmut ist für viele bereits bittere Wirklichkeit, und für einen wachsenden Teil der Bevölkerung eine reale Bedrohung. Eine Schande für ein »Deutschland geht es gut …«! Rentner/innen mit Minirente werden gezwungen, bis zum Grabe dazuzuverdienen, oder Grundsicherung, bzw. Aufstockung zur Rente zu beantragen. Von den Rentnern, die nicht zum Sozialamt gehen (wollen), weil sie sich schämen, erhält bereits jeder fünfte Unterstützung durch die eigenen Kinder.

Ist die zunehmende Armut, insbesondere im Ruhestand, auch den Umständen zu verdanken, dass Deutschland das Sozialamt der Welt und die Bank für Europa geworden ist, und obendrein noch einen abstrusen Kapitalmarkt gesetzlich unterstützt?

Unsere Generation hat nicht bloß massenhaft einbezahlt. Wir haben sogar für Überschuss gesorgt! Trotzdem werden wir mit einer dürftigen Rente abgespeist, die häufig nicht mal die heutige Miete und die Lebenshaltungskosten deckt. Wir müssten alle sehr, sehr alt werden, um allein das zurückzubekommen, was wir einbezahlt haben.

Wir müssen darauf achten, dass die Jungen nicht gegen die Alten – und umgekehrt – aufgehetzt werden. Es ist nicht wahr, dass die meisten Jüngeren sich darüber beklagen: »Wir müssen für die teuren Alten aufkommen«. Die Mehrheit weiß es zu schätzen, dass es das, was sie heute als selbstverständlich vorfinden, ohne uns nicht geben würde. Besonders die Nachkriegsgeneration, wo ein großer Teil bereits mit vierzehn Jahren arbeiten musste, hat nicht nur die Kriegszerstörungen von Politikern und Geisteskranken beseitigt, sondern hat auch Straßen und Häuser (auf-) gebaut, für Kinder und Eigentum gesorgt, Firmen gegründet, die Wirtschaft angekurbelt, und hinterlässt überdies eine riesige erarbeitete Erbmasse, die es so nicht mehr geben wird. (Die sogenannten Eliten aus Politik und Wirtschaft haben diese Zeit genutzt, sich zu bereichern.)
Einen angenehmen Ruhestand haben wir Alten uns also verdient! Ein schlechtes Gewissen lassen wir uns nicht machen, auch wenn oft auf der Rentenfinanzierung herumgehackt wird. Das diesbezügliche Finanzierungsdilemma ist ein hausgemachtes Problem der deutschen Politiker (Partei-Lobbyisten), und der sozialfeindlich gewordenen Wirtschaft (Sozialallergiker), – und NICHT der Generationen.

Wer bei der Arbeitsförderung schon 55-Jährige abschreibt, braucht von der Rente mit 70 … 80 nicht zu reden! Altersdiskriminierung muss vom Tisch! Schließlich arbeitet schon heute kaum jemand in seinem Beruf bis zur Altersgrenze. Entweder der Beruf ist körperlich zu belastend, oder die Unternehmen entledigen sich ihrer älteren Belegschaft, oder ältere Arbeitswillige erhalten nur selten einen Arbeitsplatz der ihren Fähigkeiten entspricht. Die Altersgrenze noch weiter nach hinten zu verschieben, ist nichts anderes als eine versteckte Rentenkürzung.

»Wir sehen keinen Handlungsbedarf.« »Deutschland geht es gut.« »Den Rentnern geht es gut.« Wir wissen nicht, auf welchem fernen Planeten unsere Politiker beheimatet sind, da sie die Lebensrealität eines großen Teils „ihres“ Volkes nicht wahrnehmen (wollen). Würden sonst solche Sprüche kommen …?

Rentnerpaar mit wenig Geld
Bildurheber: Birgit Reitz-Hofmann

Es gibt schon viele Gruppen, die sich für gerechte Renten einsetzen. Wir müssen unsere Informationen austauschen und uns zusammenschließen! Gegen fehlgeleitete, maßlose Politik haben wir nur eine Chance, wenn wir gemeinsam vorgehen. Außerdem brauchen wir einen engagierten Rechtsbeistand an unserer Seite. Ein Sponsor wäre auch nicht schlecht, für die, die für Aktionen kein Geld haben. »Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt

Fortsetzung folgt
Weitere Themen:
Ressourcen- und Landraub
Migration, Arbeitsmarkt
Waffenlobby, Frieden
Gesundheitssystem, Nahrungsmittel- und Pharmaindustrie

friedliche Demonstration
Bildurheber: Yuliya Kutska

Bildurheber

  • menschenpresse-geldmaschine: nuvolanevicata

Hinterlasse einen Kommentar

  Anmelden  
Benachrichtigen Sie mich zu: