Dankbarkeit ist dünn gesät. Haben wir verlernt DANKE zu sagen?

23. November 2017 0
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Dankbarkeit ist Wertschätzung dessen, was man erhalten hat.
Es ist keine Erniedrigung, sondern ein Zeichen hellen Verstandes.
Dankbare Menschen sind wie fruchtbare Felder,
sie geben das Empfangene zehnfach zurück (August von Koetzebue 1761)

Halten wir doch einmal kurz inne, und horchen in uns hinein: Zeigen Sie sich für geleistete Dienste jedes Mal erkenntlich? Das muss sich nicht in Geld ausdrücken. Oft reicht es schon, wenn Sie den Menschen in Ihrer Umgebung die Anerkennung entgegenbringen, die sie verdienen. – Und sich vielleicht auch wünschen? Oder haben wir Aufmerksamkeitsdefizite? Lob und Dank, die uns selbst Freude bereiten, tun auch anderen gut. Damit sind nicht die phrasenhaften Dankesformeln gemeint, die wir tagtäglich zu hören bekommen. Diese auswendig gelernten Bla-Bla-Floskeln, die viele für eine freundliche Dienstleistung halten, sind Banalitäten die nerven, und auf die wir im Grunde genommen verzichten können.

Warum nur fällt es vielen Menschen so schwer, einen aus dem Herzen kommenden Dank auszusprechen?

Wir wollen nicht abhängig sein …
Wir begeben uns in keine Abhängigkeit, wenn wir anderen Dankbarkeit erweisen! Vorgeschoben wird oft: »Ich schulde dem doch nichts – eher schuldet der mir was.«! Wir geizen mit Dankbarkeit und Anerkennung anderen gegenüber. Wir erliegen dem Irrtum, unabhängig von anderen zu sein. Diese Denke kann nur überwinden, wer seine Haltung gegenüber anderen überprüft.

Wir haben das Feingefühl für Unterstützung verloren …
Als Kind war es für uns ganz normal, auf andere Menschen, allen voran unsere Eltern, angewiesen zu sein. Von unseren Eltern wurden wir älteren noch dazu angehalten, uns für das, was eine andere Person für uns tut, oder was sie uns gibt, zu bedanken. Da galt noch ein Erziehungsgrundsatz: »Wenn du möchtest, dass dir jemand hilft, sage Bitte. Wenn du etwas bekommen hast, sage Danke.« Scheinbar ist das heutzutage für viele Erziehungsberechtigte zu mühsam. Kinder sind das Spiegelbild der Eltern.
Als Erwachsene können wir uns viele unserer Wünsche selbst erfüllen. Es gibt nur noch wenige Situationen, in denen wir nicht umhinkommen, jemanden um etwas zu bitten. Und weil wir so selbstständig geworden sind, übersehen wir leider oft, was andere für uns tun und was sie uns geben.
Wann haben Sie sich das letzte Mal bei einem anderen Menschen bedankt?

Auch kleine Gesten wollen gewürdigt werden …
Es sind nicht nur die offensichtlichen Anlässe, etwa ein teures Geschenk, die einen Dank erfordern. Richten Sie Ihr Augenmerk lieber auf andere Anlässe, bei denen jemand sich besondere Mühe gegeben hat, um Ihnen zu helfen, oder eines Ihrer Anliegen zu unterstützen. Vielem, was uns selbstverständlich erscheint, hätte schon längst ein Dankeschön gebührt.

Fehlender Dank gefährdet Beziehungen …
Langfristig gefährden Sie damit Ihre privaten und beruflichen Beziehungen, und sind irgendwann tatsächlich nur noch auf sich selbst angewiesen. Denn Dank ist in jedem Bereich ein wichtiger Beziehungs-Kitt.

Was Dank bewirkt …
Tun Sie jemandem etwas Gutes, möchten Sie dafür ein Danke hören. Das ist so etwas wie eine emotionale Belohnung für Sie. Und ebenso ist der Dank für Sie Motivation, sich dem anderen gegenüber weiterhin freundlich gesinnt zu zeigen. Bleibt der Dank dagegen aus, kann Ihre Hilfsbereitschaft schnell einen empfindlichen Knacks bekommen.

Dankbarkeit erfreut beide Seiten …
Ein Dank erfreut beide Seiten. Die Person, der der Dank gilt, und denjenigen, der ihn ausspricht. Wenn Sie sich bedanken, können Sie sicher sein, Sie haben einem Menschen eine Freude bereitet. Anderen einen Gefallen zu tun, macht auch Ihnen selbst Spaß. Die geäußerte Wertschätzung erhalten Sie direkt und indirekt zurück.

Dank stärkt die Bindung …
Dank festigt auch die Bindung zwischen zwei Menschen. Wer einem anderen hilft, ihn beschenkt oder ihn einlädt, freut sich zu sehen, dass seine Unterstützung, sein Geschenk beziehungsweise seine Einladung bei der betreffenden Person auch angekommen ist – und entsprechend gewürdigt wird. Das gilt nicht nur im Privatleben! Auch im beruflichen Alltag stärkt ein Dankeschön die Motivation, das Miteinander und Zugehörigkeitsgefühl der Mitarbeiter und Führungskräfte, wie auch die Kundenbindung.

Oder einfach nur mal ein Danke sagen (an wen auch immer)
Für das, was wir Tag für Tag geschenkt bekommen. Es ist nicht nur Freiheit und Freundschaft. Erfreuen wir uns an das Schöne in der Welt. Es ist da, direkt vor unserer Nase. Überall um uns herum ist Magie. Und sei es nur der kostenlose Sonnenschein, der Sternenhimmel, ein Regenbogen, eine bunte Blumenwiese, ein Spaziergang durch die sich dauernd verändernde Natur, oder das Zusammensein mit lieben Menschen. Seien wir dankbar, dass wir Augen haben, um all das Schöne sehen zu können. Dass wir Gefühle haben, Liebe empfinden können, und Verstand besitzen. Dass wir sprechen und uns mitteilen können, und zu singen imstande sind. Dass wir die unterschiedlichsten Düfte riechen, und uns an leckerem Essen laben können. Dass wir Ohren haben, um wunderbare Musik zu hören, bei der unsere Seele hüpft, und uns in andere Sphären schweben lässt. Seien wir begeistert und glücklich. Wenn eines unserer Lebensziele die Freude sein soll, dann beginnen wir damit, morgens nach dem Aufwachen zu lächeln. Besinnen wir uns auf die vielen, wertvollen Privilegien die wir als Mensch haben, wenn wir gesund und schwungvoll aus dem Bett steigen, laufen und atmen können. Somit geben wir jedem Tag die Chance, ein fabelhafter Tag zu werden.

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