Wie wäre es mit einem Umzug ins Wohlfühldomizil?

26. Juli 2017 0
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Wenn Sie sich einsam fühlen, oder eine geringe Rente haben, überdenken Sie doch mal die Möglichkeit eines Umzuges in ein Mehrgenerationenhaus, oder in eine Seniorengemeinschaft, oder in ein Wohnprojekt. Das sind keine Rentnergettos, sondern individuelle Wohnformen. Auch hier kann Ihnen das Internet oder die Gemeinde/Stadtverwaltung weiterhelfen. Sogar unsere Politiker wachen langsam aus ihrem Dornröschenschlaf auf, und sorgen zwar sehr, sehr langsam, aber immerhin für altersgerechte Wohnprojekte. Schaun wir mal, ob diese von einer kleinen Rente zu bezahlen sind …?

Egal für was Sie sich entscheiden. Wenn Sie geistig auf der Höhe sind, selbstbestimmt Ihren Lebensabend verbringen wollen, und für Ihr Wohlergehen zu sorgen imstande sind, laufen Sie nicht Gefahr, irgendwann zwangsweise in eines der kostengünstigsten Alten- oder Pflegeheime abgeschoben zu werden. Sichern Sie sich ab, indem Sie – solange Sie laufen und eigenmächtig auswählen können – Ihren Altersruhesitz vorausschauend selber bestimmen. Schaffen Sie sich Ihre eigene Residenz. Das geht auch mit bescheidenen Mitteln. Überzeugen Sie sich von den unterschiedlichsten Angeboten, ob in Ihrer Nähe oder weiter weg. Schauen Sie sich die Umgebung an, unterhalten Sie sich mit den Menschen vor Ort, eventuell dürfen Sie auch Probewohnen. Haben Sie genug Pluspunkte bei Ihrer Wohnortanalyse gesammelt? Dann legen Sie Ihr Wohlfühlreich fest, auch wenn es klein(er) ausfallen sollte. Berücksichtigen Sie dabei, dass Ihr Refugium überschaubar, pflegleicht, stolperfrei und mit einem Notrufsystem versehen sein sollte. Somit ist die Möglichkeit gegeben, dass Sie das Ganze so lange wie möglich selbständig händeln können. Unerlässlich sind im Notfall auch helfende Hände in unmittelbarer Nähe, sowie Kommunikationsmöglichkeiten, Treffen mit anderen Menschen, Gemeinschaften und Nachbarn. Fußläufig oder verkehrsgünstig sollten Ärzte und Einkaufsmöglichkeiten zu erreichen sein.

Älteres Pärchen rechnet Lebenskosten
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Die Vorstellung vieler Menschen, es gebe im Alter lediglich drei Lebensformen »allein«, »bei den Kindern«, oder »im Altersheim«, verliert zunehmend an Bedeutung. Die Zahl der Ruheständler wächst, die bereit sind, im Alter umzuziehen und etwas Anderes auszuprobieren. Gerade jüngere Senioren nutzen vermehrt die Chance, sich mit einem Umzug noch einmal ganz neu zu orientieren und suchen nach aktuellen, gemeinschaftlichen Formen des Zusammenlebens. Ältere Senioren achten bei einem Wohnungswechsel besonders auf den Versorgungsaspekt.

Doch nicht das Alter, vielmehr eine nicht altengerechte Wohnung gefährdet die eigenständige Lebensführung in den späten Lebensjahren. Nicht selten sind Wohnungsmängel die Ursache. Die hindernisfreie und altengerechte Gestaltung von Wohnung, Gebäude und Umgebung bilden aber wichtige Voraussetzungen für das unabhängige Wohnen bis ins hohe Alter. Am Älterwerden können wir nichts ändern. Es ist jedoch machbar, Wohnung und Umgebung altengerecht nutzbar zu gestalten, das heißt Barrierefrei und menschenfreundlich.

Wohnen Sie längst in Ihrem Wunschdomizil? Glückwunsch. Wenn nicht, werden Sie aktiv und finden Ihre persönliche Wohnform für den Ruhestand. Auch für Sie ist irgendwo ein Fleckchen zum Wohlfühlen.

Beschäftigen Sie sich vielleicht bereits mit der Suche bzw. einem Umzug in eine altengerechte Wohnung? Ja? Erstellen Sie dann bitte eine Checkliste mit Ihren Wünschen, aufgeteilt nach Prioritäten. Diese Liste nehmen Sie mit zur Besichtigung, damit nichts vergessen wird.

Analysieren Sie zuerst einmal was Sie wollen!

  • Umzug in eine Wohnform, wo ich/wir bei Bedarf betreut werden können?
  • Möchte ich rund um die Uhr professionelle Hilfe abrufen können?
  • Wie viel eigene Freiheit möchte ich auf Kosten von Sicherheit aufgeben?
  • Esse ich lieber allein oder in Gesellschaft?
  • Bin ich ein kontaktfreudiger Mensch oder eher ein Einzelgänger?
  • Interessiere ich mich für gemeinsame Aktivitäten mit meinen Nachbarn? Sollen meine Nachbarn mehr sein als nur Nachbarn? Fällt es mir schwer, meine Nachbarn um einen Gefallen zu bitten?
  • Bin ich bereit, meinen Mitbewohnern zu helfen?
  • Möchte ich die Ruhe eines Dorfes im Alter genießen, oder zieht es mich in die Stadt mit ihren vielseitigen Angeboten?
  • Macht ein Umzug den Verlust der vertrauten Umgebung wett?
  • Welches Wohnmodell kann ich mir überhaupt leisten? Was kann ich von meiner Rente für das Wohnen zahlen? (Ist die Rente zu niedrig, nach Beilhilfen fragen!)
  • Habe ich genügend Energie, mich mit Gleichgesinnten auf ein mehrjähriges Projekt einzulassen?
  • Welche Vorteile bieten mir Wohnmodelle von professionellen Anbietern?

Möglicherweise spielen Sie auch mit dem Gedanken, Ihren Altersruhesitz dauerhaft ins fremdsprachige Ausland zu verlegen? Dann sollten Sie unbedingt vorher die rechtlichen Fragen klären. Wer die Rente im Ausland beziehen möchte, muss frühzeitig mit einer sorgfältigen Planung beginnen. Ein passender Ort für das Altersdomizil muss gefunden, und auch Themen wie Krankenversicherung, Rentenbezug, Steuern und die Einreisevorschriften Ihres Wunschlandes, müssen im Vorfeld geklärt werden. Immer mehr Renter zieht es zum Beispiel nach Thailand, oder nach Spanien, oder in die Türkei, oder nach Florida. Wahre Rentnerviertel sind dort entstanden. Gründe sind unter anderem das mildere Klima, die preiswertere Lebensführung, die fürsorglichere Altenpflege, oder die freundliche Mentalität der Einheimischen. Was auch immer. Oft fällt die Entscheidung jedoch mit dem Blick durch die rosarote Brille. Es ist aber ein himmelweiter Unterschied, ob Sie dort unbeschwerte Urlaubstage verbringen, Überwintern, oder wirklich für den Rest Ihres Lebens bleiben möchten.

Fertigen Sie sich bitte eine Checkliste an, nach Prioritäten sortiert, was alles zu erledigen wäre. Und stellen Sie sich bitte folgende Fragen:

  • War ich bereits dort und weiß, wo ich mich niederlassen will?
  • Kenne ich die Gegebenheiten, das Umfeld, die Lebensart der Einheimischen?
  • Bin ich auf Jahre hinaus dort sicher? Halte ich mich auf dem Laufenden über die politische und wirtschaftliche Lage vor Ort?
  • Bin ich im Krankheitsfalle ausreichend abgesichert?
  • Welche Kosten kommen auf mich zu? Reicht meine Rente aus?
  • Finde ich Bekannte/Freunde vor?
  • Bin ich stark genug für einen Neuanfang?
  • Habe ich ausreichende Sprachkenntnisse, um mich mit den Bewohnern zu verständigen? Oder will ich mich in deutschsprachigen Rentnerwohnvierteln abschotten? Isolation oder Integration?
  • Ist es schon immer mein Traum gewesen auszuwandern? Oder ist es vielmehr nur eine Flucht, verbunden mit dem Wunschdenken von einem besseren Leben?

Seien Sie kritisch mit sich selbst. Denn es kommen mehr enttäuschte Rentner zurück, als man meint. Sie hatten sich zu sorglos in eine Gegend verpflanzt, und kamen dann mit der vorgefundenen Alltagsrealität nicht zurecht. Oft passiert es auch, dass sich Senioren eine gewünschte Rückkehr aus finanzieller Not nicht leisten können, und mehr schlecht als recht im fremden Land leben müssen. Deshalb ist es wichtig, dass die monatliche Rente die Lebensunterhaltskosten deckt, und ebenfalls eine ausreichende finanzielle Rücklage vorhanden ist.

Fortsetzung >Lassen Sie sich nix erzählen!< folgt am Mi 02.08.2017

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